In Vorgesprächen zu ihrer Studie „Monitor Digitale Bildung“ in Berufsschulen, allgemeinbildenden Schulen und in Hochschulen stiess die Bertelsmann Stiftung immer wieder auf dasselbe Problem: Traditionelle Lernmanagementsysteme (LMS) sind bei Auszubildenden, Schülern und Studenten als auch bei Lehrenden chronisch unbeliebt. Dies erstaunt, sind doch  die Funktionen von LMS überaus vielfältig und auf den Benutzer anpassbar. Die Bertelsmann Stiftung fragte sich daher: “Warum macht es also offenbar so wenig Spaß, LMS-unterstützt zu lernen? Und weshalb empfinden viele Lernende und Lehrende die Nutzung dieser Systeme vor allem als belastende Pflichtaufgabe?”

Die Gründe sieht die Stiftung zum einen darin, dass LMS oftmals die organisatorische Welt der Bildungseinrichtung mit ihren jeweiligen bürokratischen Verfahren und Strukturen abbilden. Diese sei oftmals komplex und unhandlich. Zum anderen seien die eingebauten Dokumentations- und Kontrollfunktionen nicht allzu beliebt und würden oft als demotivierend empfunden. Hinzu käme schliesslich das oft komplexe Rollen- und Rechtemanagement traditioneller Lernplattfomen. Fazit: Konventionelle Lernplattformen bzw. Lernmanagementsysteme hätten ein zentrales Problem mit ihrer Usability.

So würden Hochschulen konventionelle Lernmanagementsysteme oftmals lediglich dazu nutzen, bestimmte Lernmaterialien als PDFs zum Herunterladen zur Verfügung zu stellen. Auch der Bildungsforscher Werner Sauter fordere für den Einsatz von LMS in Unternehmen und in der Weiterbildung einen „Paradigmenwechsel“. LMS würden zwar formelle, fremdgesteuerte Lernprozesse unterstützten, kollaboratives Arbeiten oder informelles und selbstgesteuertes Lernen hingegen kaum fördern.

Quelle: http://www.digitalisierung-bildung.de/2016/07/11/das-leid-mit-den-lernmanagement-systemen